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Das sagenumwobene Königreich GUGE, an der Karawanenroute zwischen LEH und LHASA, liegt im äußersten Westen Tibets, in einer Bergwüste.
Unerwartet öffnet sich nach langer staubiger Autofahrt plötzlich ein grandioses Canyon-Panorama. Der SUTLEY-CANYON ist eine wilde Landschaft vor der majestätischen Kulisse der Bergriesen des Himalaya. Im Laufe der Jahrtausende haben Wind und Wasser ein Labyrinth aus Schluchten und Felsskulpturen geschaffen, in denen man Formen von Burgruinen aus dem alten Königreich GUGE erkennt.
THOLING, das einst größte und wichtigste Zentrum des Buddhismus im Guge-Königreich, beherbergte einst Tausende von Mönchen. Teile der Klosteranlage die erhalten geblieben waren, wurden in der Kulturrevolution restlos zerstört - bis auf den Chörten von Yeshe Ö.
Der Burgberg von TSAPARANG ist ein beeindruckendes Erlebnis: ein Naturfelsen, durchsetzt von unzähligen Höhlen, unterirdischen Gängen und Ruinentempeln, der sich kaum von der natürlichen Canyon-Landschaft unterscheidet. Im Weißen und Roten Tempel befinden sich noch Teile einzigartiger Fresken, die vom Einfluss Kaschmirs und der Pracht des einstmals blühenden Kulturzentrums zeugen (siehe auch ALCHI-Ladakh). Auf seiner zweijährigen Expeditionsreise von 1947 bis 1949 durch Zentral und Westtibet, kurz vor Beginn der Kulturrevolution in Tibet, konnte Lama Anagarika Govinda diese Meisterwerke noch vollständig besichtigen und durch Abzeichnen für die Nachwelt dokumentieren (siehe sein Buch: "Der Weg der weißen Wolken").